Stille Wasser

In einem einsamen Kloster hoch in den Bergen Chinas lebte einst ein Mönch in einer Höhle. Wie es die Tradition gebietet wurde auch er von der Bevölkerung mit Nahrung versorgt. Als eines Tages wieder einmal die Menschen vom Dorf kamen um ihm zu essen zu bringen, fragten sie ihn: “Was findest du so besonderes daran, hier oben so ganz alleine in der Stille zu leben?“ Der Mönch schöpfte gerade Wasser aus der Zisterne. Ohne zu unterbrechen sagte er: ” Schaut auf das Wasser in der Zisterne. Was seht ihr?“ Die Besucher taten wie befohlen und sahen nichts als Wasser. „Wir sehen nur Wasser!“ antworteten sie. Kurze später forderte der Einsiedler die Besucher auf noch einmal in die Zisterne schauen. ”Was“, fragte er, „seht ihr jetzt ?“ „Wir sehen uns selbst!“ antworteten die erstaunten Besucher.” Als ich vorher Wasser schöpfte“, sagte er Mönch“, „da war das Wasser noch unruhig. Deshalb konntet Ihr auch nichts sehen. Jetzt hat sich das Wasser wieder beruhigt. So verhält es sich auch mit unserem Geist. Ziehen wir uns in die Stille zurück, beruhigt sich unser Geist. Wenn wir Stille erleben, finden wir die Ruhe uns selbst zu sehen, so wie wir sind.“

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